Dienstag, 3. Januar 2017

Juice for Joy




Kurz vor Weihnachten durften wir Einherz-Clowns wieder ausströmen in eines der größten Altersheime in München, den Münchenstift St. Josef. Prinzessinnen wurden gefunden, denen der mitgebrachte goldene Schlapfen tatsächlich passte, wir sangen, wir tanzen, unsere Augen leuchteten. 
Eine bezaubernde Schwester geleitete uns durch die Stationen, war im Handumdrehen Teil unseres Spiels, unserer Phantasie. Als wir gingen erzählte sie uns, dass sie nun 45 Jahre in der Pflege gearbeitet hatte und nun nächstes Jahr in Rente gehen wird. Und sie erzählte das mit wehmütigen Tränen in den Augen. Welch Gnade einen Menschen zu treffen, der so lange im Gesundheitswesen arbeitet und jahrelang aus seiner Arbeit Lebenssaft für die eigene Freude zieht. Wunderbar! 

Euer Alexander

Samstag, 12. November 2016

Großes Danke!

Ein großes Merci an euch alle, die ihr am 11.11. mit dabei wart, um mit roter Nase unterwegs zu sein, auf dem Weg zur Arbeit. 
Von einigen, wie von der wunderbaren Milena auf dem Foto, wurde unsere Clowndo-Aktion kreativ erweitert, sie hat die Clownnase einfach gleich während der Arbeit aufgesetzt und ihre Patienten zum Lächeln gebracht. "Chapeau, Chapeau!", sag ich da nur!

Heute war ich auch joggen mit roter Nase. Das hat auch herrlich funktioniert. Ein Läufer, namens Dominik ist stehen geblieben und hat gefragt, ob ich etwa "Free Hugs" verteile. Ich meinte, das sei zwar nicht meine primäre Intention gewesen, aber ich freue mich natürlich eine gute Umarmung zu geben. Danach stellten wir noch gemeinsam ein paar Tiere dar und Dominik machte noch die bewährten Selfies.

Clowndo wird somit nun auf die verschiedensten Alltagssituationen erweitert. In welchen möglichen oder unmöglichen Situationen des Alltags habt ihr euch schon clownesk ausprobiert?

Nichts braucht diese Welt dieser Tage gerade mehr als Freundlichkeit, Ermutigung, Humor und ein liebendes Herz! 

Juhu!
Euer Alexander




Mittwoch, 2. November 2016

Clowndo-Aktionstag am 11.11.2016- Einladung an alle!

Liebes Clownvolk!

Die letzten Wochen bargen Herausforderungen für unsereins, für den Weg des Clowns, weil Bilder der Grusel-, der Horror-, der Killer-Clowns stark verbreitet wurden und damit sicherlich die Angst in vielen aktiviert wurde. 
Klar macht das unseren Weg nicht unbedingt leichter, aber manchmal muss man halt den Berg etwas mehr hoch strampeln. 
Ich für meinen Teil fuhr weiter, wenn auch mit erhöhter Sensibilität und Achtsamkeit, am Fahrrad mit roter Clownnase zur Arbeit. Der Widerhall, der mich erreichte, war sehr ermutigend. 

Aus diesem Grund möchte ich liebend gerne aus Jux und Tollerei, als Kapriole einen Clowndo-Aktionstag am 11.11.2016 ausrufen. Ich lade euch alle ein, an diesem Tag, der zugleich den Faschingsbeginn einläutet, mit roter Clownnase zur Arbeit zu fahren, zu gehen. 
Damit können wir zugleich an vielen verschiedenen Orten das in die Welt hinausstellen, was uns seit jeher immer wichtig war und ist: unser liebevolles Herz dieser Welt öffnen. 
Gebt mir, gerne auch per Email Bescheid, wenn ihr dabei seid.

Avantgarde!

Euer Alexander


Samstag, 22. Oktober 2016

Das poetische Momentum auf dem Clowndo-Fahrrad

Manchmal wenn mein Blick weit wird für mein Herz, dann kann ich wie von einem Berggipfel auf die Welt schauen. Meine Gedanken rauschen leicht und melodiebeflissen, wie ein Gebirgsbach Richtung Tal, Richtung Meer: 

Ich interessiere mich nicht dafür, welche politische Ideologie du für richtig hältst, um den Frieden auf der Welt zu garantieren. Ich will wissen, ob deine Worte im Alltag öfter Waffen oder Balsam sind.

Ich möchte nicht von dir erfahren, welcher Religion oder spirituellen Richtung du dich zugehörig fühlst. Ich will wissen, ob du den Mut hast deine Hand dem frierenden Obdachlosen auf der Straße zu reichen, dich hinzuhocken und auf Augenhöhe mit ihm da zu sein. 

Ich interessiere mich nicht dafür, wie viele Freunde du zu deinen zählst. Ich will wissen, ob dir selbst ein guter Freund sein kannst, wenn gerade keiner zu dir steht.

Berichte mir nicht von der Größe deiner Visionen und Träume, erzähle mir von der kleinsten Sehnsucht, die du bereits verwirklichen konntest. 

Sag mir nicht welche Ausbildungen, Seminare und Fortbildungen du besucht hast, lass mich wissen, wie sehr der Tanz mit deinem Leben dein Herz verfeinert hat. 

Schildere mir nicht wie man Hunger, Leid und Ungerechtigkeit aus dieser Welt bannen könnte, erzähl mir von den Momenten, in denen du als Erwachsener so rein zu lieben fähig warst, wie ein Kind. 


Alexander

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Clowndo- Wer macht mit?

Weiter fahre ich mit roter Nase zur Arbeit, jeden Arbeitstag. Es eröffnen sich so viel schöne Momente  und Begegnungen, dass ich mich frage, warum ich eigentlich nicht immer auf diese Weise in die Welt hinausgehe.
Menschen fahren oft einige hundert Meter neben mir und fragen mich interessiert nach den Hintergründen meiner Clown-Fahrt. 
Eine junge Dame ist kürzlich bewusst einige Kilometer hinter mir gefahren, ohne dass ich es wusste. Als ich ihr dann an der Ampel stehend einen guten Tag wünschte, meinte sie: "Ich bin die ganze Zeit hinter ihnen gefahren und hab mich ständig an dem aufgeladen und erfreut, was sie da machen." 

Somit will ich gerne ein aus dem Ärmel geschütteltes Projekt starten: Clowndo- Aufm Arbeitsweg mit roter Nase. Macht mit! Tut mit! Erforscht es! Ich lade jeden von euch ein mit roter Nase zur Arbeit zu fahren, zu gehen, zu radeln, für einen Teil der Strecke oder von Tür zu Tür. Wenn ihr es leichter haben wollt, sucht euch Freunde/Kollegen, die mitmachen. Es kann euch nichts passieren, ihr könnt nur neue, spannende, lebendige Erfahrungen machen. Menschen aller Länder und Regionen, aller Herkunft lieben Freundlichkeit, Humor, Höflichkeit, Aufmerksamkeit und menschliche Begegnungen.

Wer von euch macht mit? Berichtet über eure Erfahrungen!

In Freude,

Euer Alexander

Freitag, 30. September 2016

Brief von Patch

Vor kurzem flatterte wieder ein Brief von meinem Freund Patch Adams in meinen Postkasten. Unbändig ist seine Begeisterung für eine "Love Revolution", wie er es nennt. Ein Erlebnis, das er mir in diesem Brief geschildert hat, will ich gerne mit euch teilen, weil es so unendlich berührt und zeigt, welch unermessliche, nachhaltige Kraft Clownen haben kann. Euer Alexander

Patchs Erlebnis:

"I don't know if you know this story. You know, when I go to a hospital I ask for who is suffering the most and last February I did it in Ecuador and they led me to the room of this 5-year old girl Valesca. Her story is that she war raped 2 months before and since that time had not opened her mouth in any way. Not to speak, cry or eat. She was starving to death. The NG-tube you see (on the photo) did not work and the next day they were planing an abdominal operation to make a window into her stomach to feed her. I stayed an hour and I was stunned. She had the saddest face I ever remember (and I've seen many sad ones). In the entire hour I saw NO light in her eyes- no expression. For 20 minutes I just held and stared- stunned, the 2nd 20 minutes she let me hold er hand and the last third I lay on the floor and she fell asleep. Never did I see any life in her face. I thought nothing had happened. I was so fixed on her I didn't see 15-20 staff wacht from the sideline- who were so taken by "what happened" that they canceled the operation. I wondered what they had done for those 2 months? I had to return the next day and spend another hour with her and it was the same- no facial life. We left Ecuador, but contacts kept track of her and two days later she was running up to people, hugging them, and a week later she was home playing, eating and back at school. Below is a photo of her 3 months later- I don't even recognize her." 







Samstag, 24. September 2016

Fahrradclown

In meiner neuen Arbeit geht es oft zu streng, zu ernst und in zu dichtem Takt zur Sache. Viel zu schnell lasse ich mich, gerade als Neuling dort, von so einer Atmosphäre vereinnahmen. Um diesbezüglich einen anderen Weg zu finden, bin ich die letzten Male immer mit roter Clownnase am Fahrrad zur Arbeit gefahren. Manchmal kostete es echt Überwindung, mich um 7:30Uhr in der Früh schon so zu öffnen. Aber jedesmal erwartete mich da draußen eine Flut an Freude und Ermutigung. Es aktivierte die spielfreudige, befreite Seite in mir, die sich über alle konventionellen Rollenbilder und Schemata erhebt. Mit diesem Schwung zur Arbeit zu gehen ist herrlich. In den Kollegen wurde dann auch immer etwas humorvolles aktiviert- Spiegelneuronen funktionieren wirklich. Und ich konnte mich mutig von all den Mustern befreien, die Jungärzte am Anfang oft in Befangenheit nehmen: ich muss mich von der besten Seite zeigen, ich darf keine Fehler machen, ich muss so tun, als würde ich alles schon wissen, etc. Der Clown in uns ist ein Revolutionär, er muss sich nicht an Konventionen halten, muss den Schein nicht wahren, muss sich nicht verbiegen, er ist, wie er ist und er nennt die Dinge beim Namen. 
Während einer Fahrradfahrt mit roter Nase zur Arbeit sagte ein Mann zu mir: "Jetzt gibt's also auch schon Fahrradclowns. Das ist ja echt gut!"
Probiert es aus und seht, was passiert! 
Yiippiieeee!

Euer Alexander

Sonntag, 18. September 2016

Ein Hauch von Afrika in München

Gestern durfte ich Teil eines Abschiedsfestes von Flüchtlingen sein, die von einem Heim in meiner Nähe in ein anderes, etwas weiter entferntes übersiedeln. 
Da wir dort schon mehrmals geclownt haben, freute ich mich sehr über einige bekannte Gesichter.
Am meisten beeindruckte mich allerdings, dass die Live-Band keine 5 Minuten musiziert hatte und im Nu fast alle afrikanischen Flüchtlinge auf der Tanzfläche waren und begeistert ihre Hüften schwangen.
Mein Herz wurde ganz warm, als ich das sah und natürlich tanzte ich mit meinem Töchterchen am Arm sofort mit. Genau das hat in meiner Zeit in Afrika immer so derart fasziniert: Die ständige Bereitschaft der Menschen das Leben spontan zu feiern und loszutanzen, wann immer sich die Möglichkeit dazu bietet- aller schwieriger Umstände zum Trotz.
Diesen Esprit nehme ich wieder ganz bewusst im Herzen mit. 
Lasst uns die Einladungen zum Feiern des Lebens im Alltag sehen und lasst uns immer begeistert mittanzen (und wenn es sich dabei denkt: "Nicht jetzt!" oder "Nicht hier!", dann macht es trotzdem. Ihr werdet spüren, wie euch die Freude angenehm durchflutet).

Euer Alexander

Dienstag, 13. September 2016

Clown-WS-Witten im August! OLÉ!



Auch heuer durften wieder Elvis und ich im Rahmen der Sommerakademie für integrative Medizin einen Clown-Workshop halten für Menschen aus dem Gesundheitswesen.
Es war wahrlich ein Fest. Der Workshop gestaltete sich sehr interaktiv. Im Laufe der Woche war immer eine Person der König bzw. die Königin und konnte sich zum selbstgewählten Zeitpunkt etwas wünschen. So entstand zum Beispiel spontan ein königliches Schokoladenturnier oder eine gemeinsam inszenierte Seilschaft in einer Bergtour. Die Spielfreude wurde geweckt und der Clownsesprit blitzte aus den Augen der TeilnehmerInnen hervor.
Wir sind jedes Mal beglückt, welch inspirierenden Menschen wir dabei begegnen und kennenlernen dürfen. Ja welch geniale wunderbare Clowns und Clowninnen zum Vorschein kommen, den Mut haben, sich zu zeigen und mit uns voller Hingabe in die Welt der Clownsabenteuer eintauchen! OLÉ!!!
DANKE EUCH!!!









Mittwoch, 7. September 2016

Aus dem Landshut gezaubert



Letzten Mittwoch durfte ich mit Sonja, Ursula und Oliver in der Kinderpsychiatrie Landshut clownen gehen. Wir hatten in der Formation noch nie gemeinsam gespielt, hatten keine Zeit unseren Auftritt vorher zu proben und staksten da und dort so richtig herrlich clownesk wie ein Haufen wilder Hühner durcheinander. Das Feedback war berührend. Ein Bub meinte hochtönend: "So glücklich war ich noch nie!"

Zu diesem Besuch fällt mir noch ein, dass man als Clown manchmal das Gefühl hat, dass es nicht läuft, es nicht fließt, etc. Mein Freund Patch Adams sagte zu mir einmal, dass ich nie vergessen solle, dass die kleinste Gesten, das zarteste Lächeln im Vorübergehen, die kleinste Berührung des Clowns, für den Clown oft kaum merkbar, dem Gegenüber aber unendlich viel bedeuten. Patch zieht diese Erfahrung aus unzähligen herzlichen Dankesbriefen von Leuten, denen er oft nur kurz, fast unmerklich im Vorbeigehen begegnet war.
Manchen Leuten bedeutet eben nur ein liebevolles Lächeln die Welt und bringt sie dazu zu sagen: "So glücklich war ich noch nie!"